Eröffnung des Skulpturenweges am Ammersee

 

Eröffnung Ammersee Skulpturenweg

2014 wurde der Ammersee Skulpturenweg eröffnet.
Es sollten vor allem Künstlerinnen und Künstler aus der näheren Umgebung des Ammersees sein.
Insgesamt entschieden wir uns für 6 Künstlerinnen: Anne Franke, Daisy Fischer, Katharina Ranftl, Cornelia Rapp, Hilde Seyboth und Johanna Widmann und 9 Künstler: Gerhard Gerstberger, Franz Hartmann, Hans Illner, Hannes Kinau, Thomas Lenhart, Thomas Link, Matthias Rodach, Axel Wagner und Harry Zengeler.
Dazu – und das war uns auch wichtig – kamen noch Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aus dem Landheim Schondorf.
Von Juli bis Oktober wurden dann die Skulpturen aufgestellt.
Wenn man in dieser Zeit dort spazieren ging, ergaben sich viele interessante Gespräche oder auch witzige Geschichten.
Meine Lieblingsgeschichte:
Eine ältere Dame aus Düsseldorf war zu Besuch bei einer Familie in Schondorf. Sie machte einen Spaziergang am See entlang in Richtung Eching. Als sie zurück bei ihrer Gastfamilie war, erzählte sie ganz begeistert: Ich finde das toll, was ihr Bayern gegen eventuelle Sturmschäden macht. Das habe ich noch nie gesehen, dass man mit riesigen Wäscheklammern gefährdete Bäume zusammenhält. Sie war im Übrigen nach der Aufklärung nicht enttäuscht. Sie fand diese Wäscheklammern auch als Kunst ganz toll.

Joachim Dürler

Eröffnung Ammersee Skulpturenweg

Unter unserem Skulpturenweg verstehen wir einen Kunstwanderweg, also einem Spazier- oder Wanderweg, an dem sich bisher 21 Skulpturen befinden, die überwiegend eigens für diesen Ort entworfen und gestaltet wurden.
Eine Reihe der Exponate steht „der land art“ nahe. Diese Kunstrichtung entstand Ende der 60ger Jahre in den USA, auch als „earth works“ bezeichnet. Die damaligen Protagonisten allerdings lehnten jegliche Klassifizierung ab und wollten Werke schaffen, die weder in Galerien ausgestellt werden konnten, noch dauerhaft waren. Damit wandten sie sich gegen ein Besitzbürgertum, das Kunstwerke als Spekulationsobjekte betrachtete. Auch hatte die Intention der Land Art Künstler nichts mit der Ökologiebewegung zu tun: „Es geht um Kunst, nicht um Landschaft!“ Zu Beginn der 70ger Jahre mit zunehmendem Umweltbewusstsein orientierten sich dann viele Künstler in Richtung Naturkunst. Dies trifft auch bei einigen unserer Künstler zu.
Oft verändern Witterung und Wachstum das Kunstwerk: Dadurch entsteht auch Dynamik und Prozeßhaftigkeit. Wir werden die Skulpturen immer wieder neu erleben, wenn sie von Grün umgeben sind, wenn wie jetzt im Herbst die Blätter fallen, und sie werden sich wieder verändert zeigen, wenn der Schnee im Winter sie umgibt.
Eine Reihe der Werke tendiert auch in verschiedene Kunstrichtungen sei es klassisch als Skulptur aus Eisen, Stein oder Holz oder organisch in Material und Form oder minimalistisch und abstrakt. Ich wünsche allen Besuchern unseres Skulpturenwegs einen ästhetischen Genuss beim Durchwandern der 21 Stationen und möchte mit einem Ausspruch von dem in Schweden geborenen Claes Oldenburg, einem bedeutenden Vertreter der amerikanischen Pop Art, enden:
„Kunst soll etwas anderes tun, als im Museum auf dem Hintern zu sitzen!“

Walter Mayer